Erdungsanlage
Die Erdungsanlage ist ein Bestandteil eines Blitzschutzsystems. Um den Blitzstrom in der Erde zu verteilen und dadurch gefährliche Überspannungen zu reduzieren, sind Form und Maße der Erdungsanlage die wichtigsten Kriterien. Im Allgemeinen wird jedoch ein niedriger Erdungswiderstand (kleiner 10 Ohm), gemessen bei Niederfrequenz) empfohlen.
Arten von Erdungsanlagen
- Natürliche Erder sind Gebäude- oder Fundamentteile oder metallene leitende Körper, die großflächig mit dem Erdreich in Verbindung stehen (z. B. Bewehrungen, Stahlträger, Rohrleitungen)
- Oberflächenerder in Form von Strahle- Ring- und Maschenerder. Als Material wird Rund- oder Bandmaterial verwendet, dass im Allgemeinen in geringer Tiefe von etwa 0,5 m - 1,0 m eingegraben wird.
- Tiefenerder aus Rund- oder Profilstahl, die im Allgemeinen senkrecht in größerer Tiefe eingebracht werden.
- Fundamenterder bei denen der rund- oder Bandstahl in dem Betonfundament eingebettet ist und der dadurch mit der Erde großflächig in Berührung steht.
Ein Fundamenterder kann die Wirsamkeit des Schutzpotentialausgleichs verbessern. Er ist darüber hinaus geeignet zum Zweck der Schutzerdung und der Funktionserdung (z. B. für Blitzschutzsysteme, wenn die in den jeweiligen DIN-VDE-Normen, z. B. DIN VDE 0100-510), enthaltenen Voraussetzungen erfüllt werden. Er ist Bestandteil der elektrischen Anlage hinter der Haus-Anschlusseinrichtung (Hausanschlusskasten bzw. einer gleichwertigen Einrichtung).
Der Fundamenterder ist sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht vorteilhaft. Deshalb hat er sich auf dem Markt durchsetzen können und ist in der DIN 18014:2007-09 genannt.
Soll der Fundamenterder als Teil des Blitzschutzsystems verwendet werden, so sind zusätzliche Anschlussteile zum Anschluss der Ableitungen nach außen zu führen. Für die Anzahl und die Ausführung dieser Anschlussteile gilt die DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3). Anschlussfahnen sind aus korrosionsfestem Material, z. B. aus nichtrostendem Edelstahl Werkstoffnummer 1.4571 oder mindestens gleichwertig, herzustellen.
Da beim Errichten des Fundamenterders einige gravierende Fehler gemacht werden können, sind diese Arbeiten durch eine Elektrofachkraft, Blitzschutzfachkraft oder auch durch eine Baufachkraft, möglichst unter Aufsicht einer Elektro- bzw. Blitzschutz-Fachkraft, durchzuführen.
Unsere zertifizierten Blitzschutz-Fachkräfte planen, errichten und prüfen Erdungsanlagen entsprechend den aktuellen Normen sowie nach Vorgaben der RAL Gütegemeinschaft für Blitzschutzsysteme e.V. (RAL GZ 642-2).





